Philosophie
Was ist Philosophie?
Das Wort Philosophie leitet sich vom griechischen φιλοσοφία ab, was soviel heißt, wie »Hinwendung zur Weisheit«. Das Wort und die Disziplin entstanden im antiken Griechenland vor ca. 2500 Jahren. Grundsätzlich zählten vor allem nicht-praktische Überlegungen und Grundsatzdiskussionen, die Grenzen und Voraussetzungen des menschlichen Denkens zu ihrem thematischen Inhalt. Mit Sokrates (469 - 369 v.Chr.) kam eine bedeutende Wende in die Philosophie, denn er rückte den Mensch, seine Ziele und sein Verhalten in den Mittelpunkt der Betrachtungen. In der weiteren Entwicklung wurde der Begriff für eine Vielzahl teilweise weit von seinen Ursprüngen abliegenden Bedeutungen verwendet. Man sagt sicherlich nichts falsches, wenn man behauptet, es wäre immer schon Thema der Philosophie selbst, zu bestimmen, was Philosophie ist.
Heute versteht man umgangssprachlich unter Philosophie, eine Grundeinstellung zu einem beliebigen Thema. So ist unter anderem die Rede von Unternehmensphilosophie, Lebensphilosophie oder der Philosophie eines Fußballspiels. Diese "Philosophien" allerdings sind weniger Bestandteil meines Interesses.
Mein Interesse an Philosophie
Das Durchdenken abstrakter, logischer Zusammenhänge gehörte schon zur Schulzeit zu meinen Vorlieben und Stärken. Mathematik war wegen ihrer konsequenten Einhaltung selbsterteilter logischer Strukturen immer mein Lieblingsfach. Allerdings entdeckte ich bald einen großen Makel an der Methodik der Disziplin: Sie nimmt ihre Ausgangspunkte, die mathematischen Axiome unkommentiert und fast schon desinteressiert einfach als gegeben hin. Die universitäre Philosophie aber hat neben der ethischen Schiene (praktische Philosophie) vor allem auch den erkenntnistheoretischen Bereich (theoretische Philosophie), dessen ausgesprochenes Thema gerade die Erkundung der "Urprinzipien" des Denkens sind, auf die alle Wissenschaften aufbauen. Dort in etwa begann meine erste Forschungsreise zum Grundstock der Erkenntnis. Momentan stehen vor allem Platons "Ideen", oder – wie man es ausserhalb des Fachjargon besser verstehen dürfte – die Frage nach dem Ursprung unserer Begriffe im Zentrum meiner Aufmerksamkeit.
Meine philosophischen Arbeiten
Die erst Arbeit, die ich hier der Öffentlichkeit zugänglich machen will, dreht sich um das 6. Buch der Nikomachischen Ethik von Aristoteles. Ich schrieb sie als Hauptseminar-Arbeit für den Kurs "Alfarabi über die Wissenschaften".
Für Aristoteles ist die εὐδαιµονία (die Glückseligkeit) das höchste, unabstreitbare Ziel eines jeden Menschen. Das heißt zunächst freilich gar nichts! Aber nachdem er herleitet, welche Lebenseinstellungen notwendig sind, um diese zu erreichen, wird das Ganze schon spannender. Ein Leben gemäß bestimmter Tugenden führe zu diesem Ziel, und diese wiederum seien eines Teils verhaltensmäßig, anderen Teils geistige Tugenden. Um letztere geht es in meiner ersten Arbeit – ein eigentlich ethisches Thema also:
Die zweite Arbeit handelt von Platons Dialog ‹Parmenides›, der noch in der Antike mit dem Sachtitel "über die Ideen" bezeichnet wurde. Zum Begriff der platonischen Idee empfehle ich neben der Einleitung meiner Arbeit auch den ungewöhnlich aufschlussreichen Wikipedia-Artikel zum Thema. Der Dialog – Platon schrieb grundsätzlich in der Form eines Gesprächs – gilt als der komplexeste und schleierhafteste, was ihn natürlich nicht weniger interessant macht. Platon läßt seine Figuren, Sokrates und Parmenides, falsche Vorstellungen von Ideen entwerfen, die allesamt scheitern müssen, bietet seinem Leser am Ende aber keineswegs eine zufriedenstellende Alternative.
Meine dritte Arbeit destilliert die "Einteilungsmethode" (διαίρεσις) in Platons Dialog ‹Philebos›. Der Text ist einer seiner spätesten Werke und behandelt – äußerlich gesehen – das Primat der Erkenntnis vor dem Angenehmen hinsichtlich deren Bedeutung für ein "guten Leben".
Meine Untersuchung betrifft allerdings nur die vornehmliche Methode der Diskussion; um nämlich die Begriffe wie das Gute, das Angenehme und die Erkenntnis sowie vor allem deren Verhältnis zueinander bestimmen zu können, bringt
Platon mit Hilfe der Methode diese Begriffe (hier entwickelt sich die platonische Idee zum Begriff) in ein hierarchische System.
In meiner vierten Arbeit wird die von Platon entdeckte Möglichkeiten eines Irrtums im Willen näher untersucht. Zunerst wird der Versuch unternommen, den platonischen Willensbegriff zu erfassen,
um anschließend dessen irrtumsfähige Momente bestimmen zu können.
Unter dem folgenden Link findet man meine Magisterarbeit zum Thema "Hierarchische Strukturen des Wissens bei Platon und Aristoteles mit Hinblick auf die Objektorientierung in der Informationswissenschaft".
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